Kaltluftabfluss

Ohne Kenntnis des Windfeldes lassen sich klimatische „Ausgleichsleistungen“ der einen oder anderen Fläche nur unzureichend bewerten. Abhilfe bieten Analogieüberlegungen aus ähnlichen Strömungssituationen und Schlussfolgerungen aus den orographischen Gegebenheiten, oder der Einsatz eines Strömungsmodells. Nur über dynamische Vorgänge sind die Ausgleichsleistungen auch für die Umgebung gewährleistet. So sind Freiflächen, auf denen Kaltluft entstehen kann, zwar kühle Oasen, zeigen damit ihren Vorteil für Erholung und Erfrischung, tragen aber sonst zur Abkühlung in der eng bebauten Nachbarschaft nichts bei, wenn hier kein Austausch erfolgt.

Bei autochthonen Wetterlagen ist der überregionale Antrieb aus großräumigen Luftdruck- und Temperaturverteilungen nicht gegeben. Die lokalen topographischen Gegebenheiten nehmen dann stärker Einfluss auf die meteorologischen Vorgänge vor Ort. Es sind meist Wetterlagen, die großräumig antizyklonal geprägt sind, mit nur schwacher Luftbewegung. Sie bilden sich aber oft auch bei zyklonaler Prägung aus, wenn etwa hinter einem Kaltfrontdurchgang die Atmosphäre wieder zur Ruhe kommt. Es findet bei den genannten Wetterlagen nachts eine großräumige Absinkbewegung statt, die durch die orographischen Gegebenheiten beeinflusst wird.

Ausgleichsströmungen finden oft nicht direkt am Boden statt, sondern oberhalb vorhandener Rauigkeitsstrukturen. Sie sind also in dieser Höhe unbeeinflusst von der Bodengestalt. Letztere kann aber auf freien Flächen den Kaltluftabfluss unterstützen. Die Fließbewegung lässt sich leicht stören und beeinflussen - etwa durch Baumreihen und Bebauungslinien.

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